Draußen ist es spürbar kühler geworden, und mit dem Herbst kommt auch die Frage, womit du die Füßchen deines krabbelnden Babys oder frisch laufenden Kleinkinds schützen sollst. Krabbelschuhe oder gleich die ersten Schuhe? Wie viel Zugabe solltest du wählen, damit die Größe über den Winter reicht, aber nicht unnötig lange? Und wie schnell wächst der Kinderfuß über Herbst und Winter, bevor mit dem Frühling der nächste Wachstumsschub kommt?
Genau diese Fragen hören wir bei BERGAM von Eltern gerade am häufigsten. Deshalb haben wir einen praktischen Ratgeber vorbereitet – vom ersten Hochziehen an Möbeln über das Krabbeln im herbstlichen Garten bis zu Winterspaziergängen und dem Größencheck im Frühling.
Wir schreiben ihn vor allem für Eltern von Babys, die noch liegen, krabbeln oder sich an Möbeln hochziehen, und für Eltern von Laufanfängern, die draußen ihre ersten selbstständigen Schritte machen.

Für nasses Gras und feuchten Boden reichen einem krabbelnden Kind wasserabweisende Krabbelschuhe.
Krabbelschuhe und erste Schuhe auf einen Blick
- Ein Kind, das noch nicht selbstständig läuft, braucht in der Regel keine festen Schuhe.
- Zu Hause ist es ideal, den Fuß so frei wie möglich arbeiten zu lassen – je nach Bedingungen barfuß oder in gut sitzenden rutschfesten Socken.
- Wenn dein Kind draußen krabbelt, sich hochzieht oder an Möbeln entlangläuft, kannst du die Füße mit weichen Krabbelschuhen schützen – für Nässe gibt es wasserabweisende Varianten, für den Winter wärmende Merino-Krabbelschuhe.
- Sobald dein Kind draußen selbstständig und sicher läuft, ist es Zeit für die ersten passenden Schuhe.
- Bei der Auswahl zählt nicht nur die Länge – achte auch auf die Breite des Fußes, Platz für die Zehen, die Form des Schuhs, seine Flexibilität und darauf, ob er beim Laufen gut hält.
- Und vor allem: Kauf keinen deutlich größeren Schuh, nur damit er länger hält.
Wann braucht ein Kind die ersten Schuhe?
Eine der häufigsten Sorgen von Eltern lautet: „Unser Kind zieht sich schon hoch. Sollen wir Schuhe kaufen?“
Du musst dich nicht beeilen.
Wenn dein Baby vor allem krabbelt, sich an Möbeln hochzieht oder die ersten Schritte mit Halt macht, braucht es klassische, festere Straßenschuhe meist noch nicht. Zu Hause kann der Fuß frei arbeiten. Draußen geht es vor allem um Schutz, passend zur Umgebung.
Dein Kind krabbelt und zieht sich hoch
Geeignet sein können:
- Socken,
- weiche Krabbelschuhe aus Leder,
- für Feuchtigkeit wasserabweisende Krabbelschuhe,
- für Kälte wärmende Merino-Krabbelschuhe.

Dein Kind macht ein paar selbstständige Schritte
Auch jetzt musst du nicht automatisch klassische Schuhe kaufen. Wenn sich dein Kind draußen vor allem auf Gras, im Garten oder auf anderem weichen Untergrund bewegt und die meiste Zeit noch krabbelt, können weiche Krabbelschuhe noch sehr praktisch sein.
Dein Kind läuft draußen schon selbstständig
Sobald dein Kind draußen wirklich längere Strecken und auf härterem oder unebenem Untergrund läuft, sind passende erste Schuhe sinnvoll – zum Beispiel Ganzjahres-Kinderschuhe.
Richte dich also nicht nur nach dem Alter. Wichtiger sind die Entwicklungsphase und die Art, wie sich dein Kind tatsächlich bewegt.
Krabbelschuhe oder erste Schuhe?
Eine einfache Faustregel: Krabbelschuhe schützen in erster Linie die Fußsohle. Ein Schuh muss neben dem Schutz auch beim echten Laufen gut funktionieren.
Weiche Krabbelschuhe sind ideal für Kinder, die:
- krabbeln,
- sich hochziehen,
- an Möbeln entlanglaufen,
- ihre ersten Schritte machen,
- draußen Schutz vor Kälte oder Nässe brauchen.
Läuft dein Kind aber regelmäßig auf Asphalt, Gehweg, Kies oder anderem anspruchsvollen Untergrund, bieten Krabbelschuhe möglicherweise nicht mehr genug Schutz.
Ersetzen wasserabweisende Krabbelschuhe Gummistiefel?
Nein. Das ist ein wichtiger Unterschied.
Wasserabweisende Krabbelschuhe sind ideal für krabbelnde Kinder oder Laufanfänger, die zum Beispiel auf nassem Gras, feuchtem Boden oder bei kurzem Kontakt mit nassem Untergrund Schutz brauchen. Sie sind aber nicht als Ersatz für Gummistiefel gedacht, wenn ein Kind lange in tiefen Pfützen stehen und laufen möchte. Achte deshalb immer auf die Eigenschaften des jeweiligen Modells.
Wie misst man einen Kinderfuß richtig?
- Miss dein Kind am besten im Stehen, sofern es schon sicher steht. Unter Belastung kann sich der Fuß leicht verlängern und verbreitern.
- Miss immer beide Füße. Es ist völlig normal, dass sie nicht genau gleich lang sind.
- Orientiere dich bei der Größenwahl am größeren Fuß.
Wichtig ist nicht nur die Länge. Achte auch auf:
- die Breite des Fußes,
- die Breite im Zehenbereich,
- die Höhe des Spanns,
- die Form der Zehen,
- die Breite der Ferse.
Zwei Kinder mit einem 12 cm langen Fuß brauchen deshalb nicht unbedingt dasselbe Schuhmodell.
Was ist die Zugabe?
Die Zugabe ist der Unterschied zwischen der Länge des Kinderfußes und der nutzbaren Innenlänge des Schuhs. Misst du bei deinem Kind also einen 11,3 cm langen Fuß und beträgt die nutzbare Innenlänge des Schuhs 12 cm, liegt der Unterschied bei etwa 0,7 cm.
Die Zugabe ist nicht nur Platz „zum Hineinwachsen“. Der Fuß braucht beim Laufen Raum für die natürliche Bewegung, und die Zehen dürfen nicht vorne an den Schuh stoßen.
Wie groß sollte die Zugabe bei Kinderschuhen sein?
Das fragen uns Eltern wohl am häufigsten, und wir würden gern mit einer einzigen Zahl antworten. Doch jedes Kind hat einen etwas anderen Fuß, läuft anders, und jeder Schuh ist anders gebaut – entsprechend unterscheidet sich auch die passende Zugabe.
Zur Orientierung: Bei Kindern, die schon sicher laufen, rechnet man meist mit 10–15 mm Platz vor den Zehen. Bei den allerersten Schuhen empfehlen wir eher weniger, etwa 5–10 mm. Der Grund ist einfach: Dein Kind lernt gerade erst, seine Schritte zu koordinieren, und zu viel Platz vor den Zehen kann eher stören und das Stolperrisiko erhöhen. Sobald dein Kind sicherer und länger läuft, kannst du zum üblichen Bereich von 10–15 mm übergehen.
Bei einem ganz frischen Laufanfänger kommt es außerdem nicht nur auf die Zahl an, sondern vor allem darauf, wie das Kind im Schuh tatsächlich läuft. Ein zu großer Schuh ist nicht automatisch gesünder.
Warum solltest du die ersten Schuhe nicht deutlich größer kaufen, damit sie länger halten?
Die Versuchung ist groß. Kinderschuhe sind nicht billig, und Kinder wachsen schnell heraus. Die logische Überlegung lautet also: „Ich kaufe eine Nummer größer, dann halten sie den ganzen Winter.“
Bei einem Laufanfänger kann zu großes Schuhwerk aber kontraproduktiv sein. Dein Kind lernt gerade erst, seine Bewegungen zu koordinieren. Ist vor dem Fuß zu viel Material, kann der Schuh:
- schlechter halten,
- verrutschen,
- beim Abrollen stören,
- das Laufen anstrengender machen,
- das Stolperrisiko erhöhen.
Die richtige Größe heute ist deshalb wichtiger als der Versuch, einen Schuh für möglichst lange Zeit zu kaufen. Aus demselben Grund lohnt es sich auch nicht, im Voraus ein weiteres, eine Nummer größeres Paar für später zu kaufen – bei einem kleinen Kind lässt sich kaum vorhersagen, wann genau es die nächste Größe braucht, und es ist gut möglich, dass es bis dahin auch aus dieser herausgewachsen ist.
Bei den ersten Schuhen würden wir außerdem lieber auf Schuhe verzichten, die vom älteren Geschwisterkind stammen oder gebraucht gekauft wurden. Ein Schuh passt sich beim Tragen nach und nach dem Fuß seines Besitzers an. Trägt ihn dann ein anderes Kind mit anders geformtem Fuß, kann das sein Auftreten eher erschweren als unterstützen.
Dein Kind liegt genau zwischen zwei Größen – was nun?
Wenn du unsicher bist, ist es meist sicherer, die größere der beiden Größen zu wählen, damit der Schuh nicht zu eng wird. Anders ist es bei Schuhen, die dein Kind nur für begrenzte Zeit und unregelmäßig trägt – etwa Wasserschuhe im Sommer oder Schneestiefel für ein paar Wintermonate. Hier lohnt es sich, eher die kleinere der beiden Größen zu wählen, denn beim kurzen, gelegentlichen Tragen ist sicherer Halt wichtiger als ein paar Millimeter Reserve, aus denen das Kind ohnehin bald herauswächst.
Wie schnell wächst ein Kinderfuß?
Das ist eine der häufigsten Fragen – und zugleich eine, auf die es keine einzelne genaue Zahl als Antwort gibt.
Ein Kinderfuß wächst nicht gleichmäßig. Mehrere Wochen scheint sich nichts zu tun, und dann kommt ein Wachstumsschub. Bei kleinen Kindern verändert sich der Fuß sehr schnell, und in den ersten Jahren kann ein Kind mehrere Größen pro Jahr durchlaufen. Deshalb ist es praktischer, den Fuß regelmäßig nachzumessen, als Millimeter pro Monat zu berechnen.
Wie oft sollte man den Fuß des Kindes messen?
Bei Babys, Kleinkindern und Kindern bis etwa 3 Jahre empfehlen wir, die Größe ungefähr alle 6–8 Wochen zu überprüfen. In der Phase, in der dein Kind gerade laufen gelernt hat, wächst der Fuß am schnellsten und am wenigsten vorhersehbar. Deshalb empfehlen wir in genau dieser Phase, öfter zu kontrollieren, ruhig alle 2–3 Wochen, und immer dann, wenn du den Eindruck hast, dass sich das Laufen oder der Komfort im Schuh verändert hat.
Du musst nicht jedes Mal neue Schuhe kaufen. Es geht nur darum zu prüfen, wie viel Platz im aktuellen Schuh noch bleibt.
Hält eine Größe den ganzen Winter?
Vielleicht ja. Vielleicht nicht.
Genau deshalb raten wir davon ab, beim Kauf einen deutlich größeren Schuh nur mit dem Ziel zu wählen, damit „die ganze Saison durchzukommen“. Kaufst du im September Winterschuhe für ein Kind, das gerade zu laufen beginnt, lässt sich nicht sicher vorhersagen, wie groß sein Fuß im Januar oder Februar sein wird.
Besser ist es, eine Größe zu kaufen, die jetzt richtig sitzt und eine angemessene Reserve hat, und sie im Laufe der Saison zu kontrollieren.
Woran erkenne ich, dass die Schuhe zu klein sind?
Ein kleines Kind sagt dir oft nicht von selbst: „Meine Zehen drücken.“ Kontrolliere die Schuhe deshalb aktiv. Werde zum Beispiel aufmerksam, wenn:
- vor den Zehen nur noch sehr wenig Platz bleibt,
- dein Kind nach dem Ausziehen deutliche Druckstellen oder Rötungen hat,
- die Zehen im Schuh zusammengedrückt sind,
- der Schuh über dem Spann eng ist,
- dein Kind plötzlich keine Schuhe mehr anziehen will,
- sich die Art zu laufen verändert hat,
- dein Kind die Schuhe immer wieder auszieht,
- das Anziehen plötzlich deutlich schwieriger ist.
Natürlich bedeutet nicht jede Veränderung beim Laufen, dass der Schuh zu klein ist. Wenn du Zweifel an der Entwicklung des Laufens oder des Fußes hast, wende dich an eine kinderphysiotherapeutische Praxis, die Kinderarztpraxis oder andere qualifizierte Fachleute.
Was tun, wenn dein Kind einen schmalen Fuß hat?
Die Länge allein reicht nicht. Ein Kind mit einem langen und sehr schmalen Fuß kann in manchen Modellen „schwimmen“, obwohl sie von der Länge her perfekt passen. Achte bei einem schmalen Fuß deshalb darauf:
- ob die Ferse gut sitzt,
- ob sich der Schuh ausreichend eng einstellen lässt,
- ob der Fuß beim Laufen nicht nach vorne rutscht,
- ob der Schuh vorne nicht unnötig voluminös ist.
Genau deshalb kann es besser sein, ein anderes Modell zu wählen statt einer kleineren Größe desselben Schuhs.
Was tun bei einem breiten Fuß oder hohem Spann?
Auch hier solltest du das Problem nicht automatisch mit einer größeren Größe lösen. Eine größere Nummer kann Länge hinzufügen, die dein Kind nicht braucht, löst aber nicht unbedingt das Problem mit der Breite oder dem Platz über dem Spann.
Such ein Modell, dessen Konstruktion zur Form des Fußes passt. Die Zehen sollten Platz haben, und der Schuh sollte den Fuß nicht seitlich zusammendrücken.
Sollen die ersten Schuhe den Knöchel stabilisieren?
Ein gesundes Kind muss in der Regel nicht in einem harten Schuh laufen lernen, der den Knöchel fest fixiert. Bei den ersten Schuhen achten wir generell eher auf einen guten Sitz am Fuß, ausreichend Platz für die Zehen und eine angemessene Flexibilität, damit der Schuh natürliche Bewegung zulässt.
Braucht ein Kind besondere Unterstützung oder orthopädische Schuhe, handelt es sich um eine individuelle gesundheitliche Situation, die du am besten mit Fachleuten besprichst.
So erkennst du wirklich gute erste Schuhe
Du musst keine Dutzende technischer Parameter kennen. In der Praxis hat es sich bewährt, vor allem darauf zu achten, wie sich der Schuh zur Form und Bewegung des Kinderfußes verhält.
Die Schuhspitze sollte den Zehen genug Platz in der Breite lassen, nicht nur in der Länge – eine schmal zulaufende Spitze drückt die Zehen nämlich nach und nach zusammen, auch wenn der Schuh sonst lang genug ist. Ebenso wichtig ist, wie der Schuh den Fuß zum Boden stellt: Ist der Fersenbereich deutlich höher als die Spitze, verlagert sich der Körperschwerpunkt, und das Laufen ist nicht mehr natürlich.
Und schließlich kommt es darauf an, wie leicht sich die Sohle der Bewegung anpasst – ein Schuh, der sich mit der Hand kaum biegen lässt, leistet auch dem Fuß deines Kindes bei jedem Schritt Widerstand. Die Sohle sollte deshalb nicht unnötig schwer und steif sein.
Gleichzeitig muss sie zur Umgebung passen. Ein Kind, das draußen läuft, braucht Schutz vor scharfkantigem Untergrund, Kälte, Nässe und Ausrutschen. Es ist also kein Wettbewerb nach dem Motto „je dünner, desto besser“, sondern eine Balance zwischen Bewegungsfreiheit und Schutz des Fußes.
Soll dein Kind zu Hause barfuß laufen?
Wenn die Umgebung sicher ist und die Temperatur es zulässt, ist freie, natürliche Bewegung des Fußes für ein gesundes Kind sehr wertvoll. Einem Kind, das gerade stehen und laufen lernt, musst du deshalb auch zu Hause nicht automatisch feste Schuhe anziehen.
Ist der Boden kalt oder rutschig, kannst du gut sitzende rutschfeste Socken oder weiche Krabbelschuhe verwenden.
Welche Socken gehören in die ersten Schuhe?
Auch die Socke beeinflusst, wie der Schuh sitzt. Sie sollte nicht:
- den Fuß einschnüren,
- eine unangenehme dicke Naht über den Zehen haben,
- Falten werfen,
- zu groß sein,
- im Schuh so viel Platz einnehmen, dass sie drückt.
Denk im Herbst und Winter auch daran, dass eine dickere Socke mehr Platz einnimmt als eine dünne Sommersocke. Probierst du also Winterschuhe an, dann am besten mit der Socke, die dein Kind darin tatsächlich tragen wird.
Braucht dein Kind in Winterschuhen dicke Socken?
Nicht automatisch. Zu viele Schichten können den Fuß im Schuh zusammendrücken und den Platz für die Zehen einschränken.
Bei gut gefütterten Winterschuhen sind mehrere Paar Socken oft nicht nötig. Wir mögen zum Beispiel gut sitzende Merino-Socken, weil sie wärmen und gleichzeitig gut mit Feuchtigkeit umgehen. Für wärmere Tage oder für zu Hause eignen sich Bambussocken. Die ganze Auswahl findest du in der Kategorie Kindersocken. Achte aber immer auf dein Kind, die Temperatur und die Art der Schuhe.
Mehr darüber, wie Merino funktioniert, erfährst du im Artikel Merinowolle: der komplette Ratgeber für Eltern. Damit Socken und Merino-Krabbelschuhe lange halten, wasche sie im Wollprogramm bei bis zu 30 °C und trockne sie liegend – ausführlich beschreiben wir das im Artikel wie man Merino-Kleidung richtig wäscht, und passende Mittel findest du in der Kategorie Waschen und Pflege der Kleidung.
Wie wählst du Winter-Krabbelschuhe für ein Kind, das gerade laufen gelernt hat?
Stell dir drei Fragen:
- Wie viel läuft dein Kind wirklich? Ein paar Schritte rund um den Kinderwagen sind etwas anderes als ein halbstündiger Spaziergang.
- Auf welchem Untergrund bewegt es sich? Gras und Garten stellen andere Anforderungen als Asphalt, Schotter oder ein Gehweg in der Stadt.
- Was erwarte ich von den Krabbelschuhen? Wärme? Schutz vor Nässe? Oder echte Straßenschuhe?
Für ein Kind, das vor allem krabbelt, sich hochzieht und zu laufen beginnt, können Krabbelschuhe eine ideale Zwischenstufe sein. Für ein Kind, das draußen schon regelmäßig läuft, ist es Zeit, die ersten Schuhe auszusuchen.

Wie sich die Anforderungen an Schuhe im Laufe des Jahres ändern
Entscheidend ist immer vor allem, wo und wie lange sich dein Kind draußen bewegt und wie das Wetter ist. Das Kalenderdatum ist nur ein grober Anhaltspunkt.
Im Herbst nehmen vor allem Feuchtigkeit und kühlere Luft zu. Für krabbelnde Kinder reichen bei kürzeren Aufenthalten draußen meist wasserabweisende Krabbelschuhe, für regelmäßig laufende Kinder sind Schuhe sinnvoll, die den Knöchel besser bedecken und kein Wasser durchlassen. Im Winter kommt noch Frost hinzu, deshalb sind wärmende Merino-Krabbelschuhe oder gefütterte Schuhe angebracht – wieder mit vernünftiger, nicht übertriebener Reserve im Inneren. Sobald es wärmer wird, verdient der Fuß mehr Luft und Freiheit: leichtere und dünnere Schuhe und, wenn die Umgebung es erlaubt, ruhig auch Momente ganz ohne Schuhe. In den wärmsten Monaten genügt dann möglichst wenig Material zwischen Fuß und Boden – luftige Sommerschuhe, Sandalen oder direkt barfuß.
Was du deinem Kind von Kopf bis Fuß anziehen kannst, beschreiben wir im Artikel Was zieht man dem Kind für Herbstausflüge in die Natur an.
Wann weder Krabbelschuhe noch erste Schuhe ausreichen
- Auf Asphalt, Gehweg oder Kies bieten Krabbelschuhe einem Kind, das regelmäßig läuft, möglicherweise nicht mehr genug Schutz – dort gehören erste Schuhe hin.
- Wasserabweisende Krabbelschuhe sind keine Gummistiefel und eignen sich nicht zum langen Stehen in tiefen Pfützen.
- Gummistiefel haben ihren Platz bei ausgesprochen nassem und matschigem Wetter, als Alltagsschuh für lange Spaziergänge eignen sie sich aber weniger – sie sind meist steifer und passen sich der Bewegung des Fußes weniger an als leichtere Krabbelschuhe oder Schuhe, die direkt zum Laufen gemacht sind.
- Braucht ein Kind besondere Unterstützung oder orthopädische Schuhe, reichen allgemeine Tipps nicht aus, und die Auswahl solltest du mit Fachleuten besprechen.
Der häufigste Fehler? Die Größe nach dem Alter
„Mein Kind ist ein Jahr alt, welche Schuhgröße braucht es?“
Das lässt sich leider nicht bestimmen. Gleich alte Kinder können völlig unterschiedlich lange und breite Füße haben. Wähle die Größe deshalb immer nach der aktuellen Messung deines Kindes und den Maßen des jeweiligen Modells. Und Achtung: Dieselbe Größe muss bei zwei Marken nicht gleich groß ausfallen.
Reicht es nicht, die aktuelle Schuhgröße zu kennen?
Idealerweise nicht. Wenn du uns schreibst: „Es hat gerade Größe 20, soll ich Winterschuhe in 21 kaufen?“, fehlt uns die wichtigste Angabe – die aktuelle Fußlänge.
Größe 20 kann sich zwischen Herstellern unterscheiden, und der aktuelle Schuh kann deinem Kind außerdem schon zu klein oder im Gegenteil noch zu groß sein. Bei der Beratung arbeiten wir deshalb immer am liebsten mit dem tatsächlich gemessenen Fuß.
Was müssen wir wissen, wenn du Hilfe bei der Größe möchtest?
Wenn du unsicher bist, schreib uns:
- das Alter deines Kindes,
- die Länge beider Füße,
- ob es schon selbstständig läuft,
- wo die Schuhe getragen werden sollen,
- das konkrete Modell, das du in Betracht ziehst.
Wenn du weißt, dass dein Kind einen sehr schmalen oder breiten Fuß oder einen hohen Spann hat, schreib uns auch das. Je mehr Informationen wir haben, desto genauer können wir beraten.
Vergleich: Krabbelschuhe und erste Schuhe
| Eigenschaft | Krabbelschuhe aus Leder | Wasserabweisende Krabbelschuhe | Merino-Krabbelschuhe | Erste Schuhe |
|---|---|---|---|---|
| Entwicklungsphase | krabbelt, zieht sich hoch, erste Schritte | krabbelt, erste Schritte draußen | krabbelt, erste Schritte bei Kälte | läuft draußen selbstständig und regelmäßig |
| Geeigneter Untergrund | Boden, trockenes Gras, weiches Gelände | nasses Gras, feuchter Boden | Kinderwagen, Trage, trockenes Gras und Garten | Gehweg, Asphalt, Schotter, unebenes Gelände |
| Schutz vor Feuchtigkeit | minimal | bei kurzem Kontakt mit Nässe, je nach Modell | nicht für Nässe geeignet | je nach Modell |
| Schutz vor Kälte und Wind | gering | schützt vor Wind, Wärme je nach Modell | Wolle wärmt auch an kalten Tagen | je nach Art (Sommer / Winter) |
| Schutz vor scharfkantigem Untergrund | gering | gering | gering | höher |
| Längere Spaziergänge | nicht geeignet | nicht geeignet | kürzere Aufenthalte draußen | ja |
FAQ: Die häufigsten Fragen von Eltern
Das Wachstum ist individuell und verläuft nicht gleichmäßig. Bei den Kleinsten, und besonders in der Zeit kurz nach Laufbeginn, kann sich die Größe sehr schnell ändern. Deshalb ist es praktischer, den Fuß regelmäßig zu kontrollieren, als eine bestimmte Anzahl Millimeter pro Monat zu berechnen – in der Zeit kurz nach Laufbeginn ruhig alle 2–3 Wochen, sonst etwa alle 6–8 Wochen. Bei Kindern bis 3 Jahre empfehlen wir etwa alle 6–8 Wochen. In der Phase, in der dein Kind gerade laufen gelernt hat, wächst der Fuß am schnellsten – deshalb empfehlen wir in dieser Phase, ruhig alle 2–3 Wochen zu kontrollieren. Miss ihn außerdem immer dann, wenn sich die Art zu laufen verändert oder du vermutest, dass die Schuhe eng werden. Das hängt vom Kind und vom Schuh ab. Für die ersten Schuhe eines Laufanfängers empfehlen wir eher eine kleinere Zugabe von etwa 5–10 mm, damit das Kind nicht über die Schuhspitze stolpert. Bei Kindern, die schon sicherer laufen, rechnet man meist mit 10–15 mm. Bei einem frischen Laufanfänger ist es immer wichtig, auch den Gesamtsitz des Schuhs zu beurteilen – zu große Schuhe können beim Laufen stören. Für einen Laufanfänger können 2 cm schon unnötig viel sein. Das Kind lernt gerade erst, seine Schritte zu koordinieren, und ein zu langer Schuh kann ihm die Bewegung erschweren. Nicht nach dem Alter, sondern nach der Laufphase. Wenn sich dein Kind nur hochzieht und an Möbeln entlangläuft, braucht es klassische, festere Schuhe meist noch nicht. Erste Schuhe sind sinnvoll, wenn es draußen selbstständig und regelmäßig läuft. Nicht automatisch. Zum Schutz des Fußes draußen können in dieser Phase passende weiche Krabbelschuhe ausreichen. Nein. Sie schützen je nach Eigenschaften des jeweiligen Modells bei Kontakt mit feuchtem Gras, nassem Boden und ähnlichen Bedingungen, sind aber nicht automatisch für langes Stehen in tiefen Pfützen gedacht. Nicht deutlich größer. Wähle eine gut passende Größe mit angemessener Reserve und kontrolliere den Fuß im Laufe des Winters regelmäßig. Wenn dein Kind steht, miss den Fuß belastet im Stehen. Miss beide Füße und orientiere dich bei der Auswahl am längeren. Nein. Wichtig sind auch die Breite des Fußes, die Form der Zehen, die Höhe des Spanns, die Ferse und die Konstruktion des jeweiligen Schuhs. Das ist normal. Wähle die Schuhe nach dem größeren Fuß und prüfe, dass sie auch am kleineren gut sitzen. Es geht nicht um das Etikett „Barfuß“ an sich. Achte bei einem gesunden Laufanfänger vor allem auf die richtige Größe und Breite, ausreichend Platz für die Zehen, ein geringes Gewicht, angemessene Flexibilität und guten Halt am Fuß. Bei einem gesunden Kind ist eine feste Fixierung des Knöchels nicht automatisch nötig. Hat dein Kind ein spezifisches Problem oder eine physiotherapeutische oder ärztliche Empfehlung, wähle die Schuhe individuell. Er kann am Fuß verrutschen, die Ferse kann deutlich herausrutschen, dein Kind kann stolpern, oder das Laufen im Schuh kann sichtbar schwerer fallen. Prüfe den Platz vor den Zehen, Druckstellen, zusammengedrückte Zehen, Enge über dem Spann und mögliche Veränderungen beim Komfort oder beim Laufen deines Kindes.Wie schnell wächst der Fuß eines einjährigen Kindes?
Wie oft sollte man den Kinderfuß messen?
Welche Zugabe ist bei den ersten Schuhen richtig?
Ist eine Zugabe von 2 cm zu viel?
Wann sollte man die ersten Schuhe kaufen?
Braucht ein Kind Schuhe, wenn es sich schon hochzieht?
Können wasserabweisende Krabbelschuhe Gummistiefel ersetzen?
Soll ich größere Winterschuhe kaufen, damit sie den ganzen Winter halten?
Wie misst man einen Kinderfuß?
Ist die Fußlänge die einzige wichtige Angabe?
Was, wenn ein Fuß größer ist?
Sind Barfußschuhe für die ersten Schritte notwendig?
Soll der erste Schuh den Knöchel fest stabilisieren?
Woran erkenne ich, dass der Schuh zu groß ist?
Woran erkenne ich, dass der Schuh zu klein ist?
Fazit: So wählst du Krabbelschuhe und erste Schuhe ohne Stress
Das Wichtigste ist nicht, Schuhe zu kaufen, die am längsten halten. Das Wichtigste ist, dass sie zu dem passen, was dein Kind gerade kann und wo es sich bewegt.
Ein Kind, das noch nicht läuft, braucht keine klassischen Schuhe, nur weil es angefangen hat, sich hochzuziehen. Ein Laufanfänger braucht vor allem Bewegungsfreiheit und, je nach Umgebung, Schutz für den Fuß. Und ein Kind, das draußen schon selbstständig läuft, braucht gut sitzende Schuhe mit genug Platz für den Fuß – keinen Schuh, der zwei Nummern größer ist, „für den ganzen Winter“.
Kinderfüße wachsen schnell. Miss sie regelmäßig und kontrolliere die Größe während der ganzen Saison.
Und wenn du unsicher bist, schreib uns. Bei BERGAM wählen wir die Größe nicht nur nach der Tabelle aus – uns interessieren das Alter deines Kindes, die Fußlänge, die Entwicklungsphase und auch, wo es die Krabbelschuhe oder Schuhe tatsächlich tragen wird.
Wenn der Frühling kommt, miss den Fuß erneut – nach dem Winter ist er meist mindestens ein Stück größer, und das gilt doppelt für Babys und Kleinkinder, die über den Winter einen großen Schritt in ihrer Laufentwicklung gemacht haben.
Die richtige Größe heute ist wichtiger als ein Schuh für den ganzen Winter.

